Barken-Wanderfahrt auf der Weser von Hannoversch Münden bis Rinteln

Die Anreise von 8 Phöniziern und 5 Lauenburgern zum Kanuclub Beverungen klappt reibungslos und klingt mit einem geselligen Abend aus.

Bericht und Fotos: Marianne, BR Phönix und Dietrich, Ruder-Gesellschaft Lauenburg



Anreise 26. April

Dieses Jahr wollte ich gerne meine erste Wanderruderfahrt mitmachen.
Da passte es gut, dass Peter, bzw. der Berliner Ruderclub Phönix, gleich schon Anfang
des Jahres Mitstreiter für eine Barkenwanderfahrt suchte.

Die Fahrt nach Beverungen sollte laut Google-Maps zwar nur 3 Std. und 20 Minuten dauern.
Wir starteten jedoch an einem Freitagmittag und zwar vor einer aufgrund des Maifeiertages bzw. des Tages der Arbeit verkürzten Arbeitswoche. Wir – Peter, Jens, Gini, Bernd und ich – standen daher Stunde um Stunde im Stau und benötigten länger als sechs Stunden für die Anreise, was die Stimmung natürlich nicht hob.

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Die Stimmung schlug dann aber beim Begrüßen unserer Phönixer Ruderfreunde aus Berlin – Michael, Anette, Holger, Marianne, Reiner, Bernd, Tanja und Ulrike – schlagartig um. Merke: Vertraute und nette Leute sind natürlich viel entscheidender für die Laune, als noch so nervige Autobahnstaus.

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Die acht Berliner waren übrigens, trotz der wesentlich längeren Anreisestrecke und des Abholens der Barke in Hannover und Verbringens nach Hannoversch Münden, schon alle längt vor Ort in Beverungen angekommen.

Der Wassersportverein Beverungen hat ein großes Bootshaus. Wir bekamen einen eigenen Clubraum und erhielten Zwei- bis Vierbettzimmer mit bereits bezogenen Betten. Unser Domizil für die beiden ersten Nächte.

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Zugang zur Spülküche und Waschmaschinenraum auch für Herren gestattet

Bemerkenswert fand ich noch das Schild mit dem Hinweis auf die Spülküche und den
Waschmaschinenraum. Ob die Wassersportler an der Oberweser das Spülen und
Waschen zu oft den Frauen überlassen haben?

27. April : Hann Münden bis Beverungen

Am nächsten Morgen gab es im Clubraum ein hervorragendes Frühstück, mit frischen Brötchen, heißem Kaffee und sogar vor Ort zubereitetem Rührei mit Schinken. Wieder einmal ist festzuhalten: Den Berlinern sei Dank! Bei dieser Gelegenheit: Herzlichen Dank vor allem auch an Reiner, der die Fahrt für alle organisiert hat!

Reiner, Ulrike und Jens übernahmen dann den Fahrdienst für den ersten Tag und brachten uns an den Ort, ich zitiere Holger:
„Wo Werra sich und Fulda küssen, sie ihre Namen lassen müssen. Und hier
entsteht durch diesen Kuss, deutsch bis zum Meer der Weserfluss.“

Dietrich, RGL

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Wir sind gegen 11 Uhr bei schönstem Sonnenschein nach dem Aufriggern Richtung Beverungen gestartet.

Die zwei Debütanten Dietmar und Marianne haben sich nach kurzer Zeit mit der „Auguste“ angefreundet.
Eine Barke und Riemenrudern ist ja doch etwas anderes als ein Ruderboot.

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Die herrliche Landschaft des Weserberglands gleitet an uns vorbei, die kleinen verträumten Ortschaften, besonders die Schafherden mit den vielen Lämmern, lassen das Großstadtherz zur Ruhe kommen.

Noch sind so gut wie keine Boote und Ausflugsdampfer auf der Weser.

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Gegen Mittag ziehen die ersten Regenwolken auf, die uns wenig später leider nicht verschonen.
Mit Hoffunung auf Wetterbesserung geht es weiter bis Gieselwerder. Inzwischen ist der Regen so stark geworden, dass wir dort unter einer Brücke den Regenguss abwarten wollen.
Der Schönwettergott hat aber kein Einsehen mit uns und nachdem der Starkregen nachgelassen hat, entschließen wir uns weiter zu rudern. 25km liegen noch vor uns und die sind bei Regen verdammt lang.
Der Regen nahm unterwegs wieder zu und letztendlich kamen wir trotz Regensachen völlig durchnässt, verfroren und abgekämpft in Beverungen an.
Die heiße Dusche war das Highlight des Tages.

Marianne, Phönix

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28. April Beverungen nach Bodenwerder

Ulrike musste uns leider unvorhergesehen schon am nächsten Morgen wieder Richtung Berlin verlassen. Es war zwar ihr Geburtstag, aber nicht zu ändern. Liebe Ulrike – hier natürlich noch einmal formal: Dir alles Gute für das neue Lebensjahr von der RGL!

Wetterbedingt war der Fahr- bzw. Landdienst wieder umkämpft. Es gewannen diesmal Gini und Annette. Annette war übrigens an den drei anderen Tagen unsere Steuerfrau, die uns allen zeigte, dass man auch eine Barke, die ein Lenkverhalten ähnlich einem Floß aufweist, gut steuern und sicher
im Griff haben kann. Und das sogar trotz der starken Strömung und der Windböen auf der Oberweser.

Wir anderen starteten dann, nur kurz nach dem Ablegen fing es wieder an zu regnen, unsere zweite Regen-Ruderetappe. Entweder, es regnete diesen Tag weniger stark, oder aber wir hatten uns einfach inzwischen alle an den Regen gewöhnt: Unsere Freude an der Weserfahrt blieb diesen Tag ungetrübt.

Gegen Mittag erreichten wir Holzminden. Reiner führte uns sicher ins Weserstübchen, in dem wir uns an einer heißen Suppe wieder aufwärmten. Und dann, oh Wunder, ging es erstmalig weiter die Weser hinunter OHNE Regen.

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Das Wetter wurde langsam immer schöner. Alle schälten sich nach und nach immer mehr aus ihrem Regenzeug heraus. Wir fieberten schließlich dem hundertsten Fahrtenkilometer und gleichzeitig dem Erreichen des 100-Kilometerschildes des Weserstroms entgegen, öffneten zum Anstoßen jeder ein Bier und wurden enttäuscht: Es stand dort nur noch ein Pfosten – das Schild hatte offenbar jemand längst vor uns erreicht und gleich als Erinnerung mitgenommen. Das Bier schmeckte trotzdem.

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In Bodenwerder, unserem nächsten Übernachtungsort, erwartete uns schon die Feuerwehr, die uns bei Sonnenschein mit Wasserfontänen (hätten wir unser Regenzeug besser anbehalten sollen?) begrüßte.

Zugegeben, die Wasserfontänen galten doch nicht uns, sondern der Kirschblütenkönigin und
dem Rattenfänger von Hameln, die kurz nach uns, auf etwas größeren Booten, die Weser herunterkamen und in Bodenwerder, die übrigens die Geburtsstadt Münchhausens (ihr wisst schon, der Baron, der auf einer Kanonenkugel ritt) ist, an Land gingen.

Wir taten das natürlich auch, denn Reiner hatte uns im Bootshaus des Rudervereins Bodenwerder einen schönen Saal zur Übernachtung (mit Balkon und Blick auf die Weser), ein Abendbuffet und ein Frühstück gebucht. Das Essen war sehr lecker, die Wirtsleute, Alex und Meik, sehr nett, der Abend endete fröhlich an der Bootshausbar.

Und ich schlief zum ersten Mal auf einem Feldbett. Sehr praktisch und bequem. Heiko, dir vielen Dank für das Ausleihen.

Dietrich, RGL

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29. April

In Bodenwerder werden Geburtstagskinder besonders behandelt: unsere Tani hat Geburtstag.

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Heute soll es über 52km von Bodenwerder nach Rinteln gehen.
Erst ist es trocken, aber der Gegenwind wird immer stärker. Steuerfrau Annette hält eisern den Kurs.

Wir sind auch in Rinteln angekommen, leider ohne unsere Auguste. Wir haben uns in Hameln entschlossen, sie dort zurück zu lassen. Bei starken Wind und Regen war dar Spaß-Faktor fast bei Null.

Die Aussicht auf einen schönen Abend mit der immer gut gelaunten Tani als Hauptperson ist Entschädigung genug.

Marianne, Phönix

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30. April Hameln bis Rinteln

Der WSV Rinteln stellte uns sein Bootshaus, d.h. Umkleideräume, Duschräume und einen
Aufenthaltsraum, gerne auch einen zweiten Tag bzw. eine zweite Nacht zur Verfügung. Wir sagten
unserem eigentlichen Zielort, bzw. dem Mindener Ruderverein, daher ab. Somit konnten wir
mit den Autos direkt und ohne Gepäck zurück zur unserer Auguste nach Hameln fahren, um dort
von der Tündernschen Warte (auch ein gutes Restaurant) aus, unsere Fahrt fortzusetzen.

Es war zwar erst noch etwas windig, der Regen blieb aber aus, die Sonne kam heraus.
Wir passierten dann in Hameln unsere einzige Schleuse der Wanderfahrt, was auch gut funktionierte, da wir natürlich schon vorher das „unter die Riemen durchtauchen“ geübt hatten.

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Das Wetter wurde dann sogar so gut, dass wir in einem Buhnenfeld anlandeten und
unsere Präsidenten, sprich Peter und Michael, einen Wettkampf im „Steine über das Wasser
ditschen“ austrugen.

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Tanja stiftete den Preis für den Sieger:
Ein Eis für denjenigen, der es schafft, dass sein Stein zehnmal aufkommt, bevor er untergeht.

Dann mussten wir nur noch zum Oberbaumsee rudern, an dem der Wassersport-Verein Rinteln liegt. Das Wetter war jetzt so schön, dass einem die Ruderintervalle viel kürzer erschienen, als im Regen. Ihr habt richtig gelesen. Überwiegend haben wir nämlich einfach in 20 Minütigen Intervallen gerudert bzw. pausiert. Die vier Bugruderer wechselten sich also jeweils mit dem Rudern bzw. Pausieren mit den vier Heckruderern ab. Mir gefiel das super!

Da wir genau genommen jedoch zum Oberbaumsee II mussten, was offenbar vorher keiner wirklich wusste, erfolgte noch ein wenig Hin- und Hergeruder bzw. eine Verlängerung der Fahrt um ein oder zwei Kilometer.
Das Slippen und Abriggern war dann erneut eine wunderbare Gemeinschaftsarbeit. Ich jedenfalls hatte auch hier wieder den Eindruck, alle sind engagiert bei der Sache, jeder packt an, wo er kann.
So bekam Michael mit seinem Auto die Auguste wieder gut verpackt auf den Trailer, um sie am nächsten Tag der Barkengemeinschaft „Auguste“ Hannover e. V. unversehrt zurückzubringen.

Am Abend, der zweite beim hervorragenden Griechen in Rinteln nahe dem WSV-Bootshaus,
bekamen übrigens beide Präsidenten, Tanja war großzügig, ihr wohlverdientes Eis.

Dietrich, RGL

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